Tunfischfänger

 



 
Am Ende der Seite gibt es noch einige Fotos von echten Schiffen.

 

Marie Jeanne

 

Bretonischer Thunfischfänger.

 

Die Bretonen und der Thunfisch.

 

Ursprung der Fischerei in der Bretagne war die Küstenfischerei nach Krustentieren und vor allem Sardinen. Früh siedelten sich hier auch zahlreiche Konservenfabriken an, die die Sardinen fangfrisch verarbeiteten.

Neben dieser Fangmethode wurden vor allem im Winter von kleinen, offenen Booten aus Grundschleppnetze, die sogenannten „Dragues“, eingesetzt. Die Boote hatten meist nicht mehr als 15 Tonnen und fischten in direkter Küstennähe überwiegend kleine Barsche.

                Ab 1850 wurden die Boote immer größer und es entwickelten sich die sogenannten „Chaloupes pontées“ mit 20 bis 25 Tonnen Verdrängung. Das Schleppnetz konnte von nun an größer werden, was zum „“Grande dragues“ führte, wörtlich übersetzt etwa mit „Großer Bagger“.

Da man sich weiter von der Küste entfernen konnte, bestand der Fang hierbei vor allem aus Rochen und Plattfischen.

Seit langem war auch bekannt, daß der begehrte weiße Thun, Germone genannt, in der Zeit von Mai bis August vom Mittelmeer und warmem Atlantik durch den Golf von Biskaya zieht - also machte man im Sommer auf ihn Jagd.

                Der Thunfisch ist ein schneller, in großen Schwärmen schwimmender Räuber der Hochsee, dessen Fang vor allem mit Angeln durchgeführt wird. Wurden zunächst die Angelleinen an der Bordwand befestigt, so änderte man dies ab 1860 und brachte nun beiderseits des Mastes lange Angelruten mit zahlreichen Leinen an.

Diese langen Ruten wurden während des Fanges nahezu bis auf die Wasseroberfläche herabgelassen.

Die Boote fuhren in kleinen Gruppen zum Fang hinaus, die unter dem Kommando eines erfahrenen Fischers, des sogenannten „Patrons“ standen. War die Sommersaison des Thunfischfanges vorbei, rüsteten die Fischer ihre Boote wieder mit dem Schleppnetz aus.

 

Ein neuer Bootstyp.

 

                Schnell stellte sich heraus, daß der Fang und somit natürlich auch der Gewinn um so besser wurde, je weiter man sich von der Küste entfernte, da der Thun ein Fisch der Hochsee ist und normalerweise die flachen Küstengebiete meidet. Außerdem waren die Chaloipes durch ihre Takelungen für die Fangmethode mit Ruten nicht ideal. Es war also ein neuer Bootstyp gefordert, der nicht nur für den besseren Einsatz der Angelruten geeignet, sondern auch hochseetüchtig und zudem schneller sein sollte.

                Ab 1884 taten vermehrt Schiffe auf, die von nun an als „Dundées“ bezeichnet wurden. Die frühen Dundées besaßen ein rundes Heck, wurden „culronds“ genannt und hatten eine Verdrängung von etwa 30 bis 35 Tonnen. Ein Schiffbauer aus Sables, Monsieur Louis Fontaine, orientierte sich beim Bau eines Dundées, der „Iena“, an der Konstruktion der amerikanischen Yacht „Gloriana“. Nach dem Vorbild der „Iena“ waren die nun folgenden Schiffe größer, 50 bis 60 Tonnen und besaßen einen nahezu geraden Heckspiegel, wonach sie ihren Namen „culsplats“ erhielten. Die „Iena“ war der Prototyp nahezu aller späteren Thunfischfänger.

 

Grausames Meer und Ende der Dundées.

 

                Das Meeresgebiet vor der Bretagne ist wohl eines der gefährlichsten, das man sich vorstellen kann. Die Wetterbedingungen sind häufig extrem schwierig und Wetterumschwünge kommen zum Teil sehr plötzlich. Die Küste ist von Untiefen übersät und mit ihren zerklüfteten Felsen eine Todesfalle für manövrierunfähige Schiffe.

Es ist also nicht verwunderlich, daß viele von ihrer Fangfahrt nicht zurückkehrten oder aber ihren Heimathafen nicht mehr erreichten und vorher strandeten.

 

                Doninique Duviard berichtet in seinem Buch, daß alleine 174 Fischer von der Ile de Groix im Zeitraum von 1873 bis 1883 auf See blieben.

                Neben diesen natürlichen Gefahren schuf der Mensch zusätzliche. Der Fang mit dem Schleppnetz war während des 1. Weltkrieges durch die Minengefahr nicht möglich, aber auch beim Fang der Thunfische liefen zahlreiche Dundées auf Minen und wurden von Prisenkommandos deutscher

U-Boote versenkt.

Lange sträubten sich die Bretonen gegen die Einführung motorisierter Fangboote, da sie der Meinung waren, daß der Motorenlärm die Thunfische verscheuchte.

 

                Die Thunfischfischerei erforderte robust gebaute Boote, die auch in rauher See noch gut zu handhaben sind und die außerdem sehr schnell sein müssen. In der Thunfischfischerei wurden anfangs die verschiedensten Bootstypen verwendet, von denen manche einfach zu klobig, andere zu langsam und die später verwendeten Schaluppen mit ca. 20 Tonnen sich als zu schwach erwiesen. So entstand der hier vorliegende Bootstyp „Dundee“ von ca. 50 Tonnen.

Die „Dundee“ Typen hatten gewöhnlich eine Besatzung von 12 Mann.

 

Der weiße Thunfisch wird mit einer Leine gefangen.

Die Thunfischboote haben „Tangoner“, etwa 20m lange Angelruten, die auf jeder Seite des Großmastes angebracht sind. Während des Fischens werden sie herabgesenkt.

Normalerweise hat jede „Tangon“ 7 Leinen. Diese Leinen sind durch ein Tau miteinander verbunden. Dadurch kann man die Thunfische an Bord ziehen, ohne die „Tangonen“ anheben zu müssen. Zwei andere Leinen sind achtern und oft gibt es noch eine dritte, die hoch oben am Mast befestigt ist. Am Ende der Leinen ist ein sogenannter „Avancon“ aus Messingdraht, woran der Angelhaken befestigt ist. Der Köder ist künstlich, denn der weiße Thunfisch ist außerordentlich gierig. Deshalb wird der Köder oft aus etwas weißem Haar verlängert mit Maisstroh gemacht.

 

Maßstab: 1:50

Länge: 60 cm

Höhe: 50 cm

Breite: 12 cm

 
Bauzeit 9 Monate

Modell: Billing Boote, Dänemark

Dieses Schiff hätte ich sehr gerne im Maßstab 1:25 gebaut.
Bei einem meiner Urlaube in der Bretagne, besuchte ich auch die Hafenstadt Concarnaux. Im dort befindlichem Maritimen Museum kann man den Schiffsplan kaufen.



Das Modell eines Thunfischfängers im Museum von Concarneau in der Bretagne.

Den Plan habe ich dann doch nicht gekauft, denn um diesen Preis hätte ich mir einen neuen Schiffsbausatz kaufen können.

Einige Bilder vom Binnenhafen in Concarneau:









Na ja, für den Neusiedlersee ein wenig zu pompös.
Aber schön wäre es doch ...


Man beachte den Matrosen auf der Rah ...
 

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